Ratgeber

Kindersitz Normen: ECE R44/04 und I-Size

Kindersitz Normen
Paul Lindner
Geschrieben von Paul Lindner

Was unterscheidet die I Size Norm vom Minimalstandard ECE R44/04

Kinder werden im Auto durch Babyschalen oder Kindersitze gesichert. Die gesetzlichen Vorschriften dazu sind klar formuliert. In Deutschland, der Schweiz und in Österreich müssen Kinder seit dem Jahr 1991 in einem passenden Rückhaltesystem befördert werden. Anordnungen dazu sind nicht in allen Ländern gleich, allerdings gibt es Standards welche die Sitze europaweit erfüllen müssen.

So muss jeder im EU-Raum verkaufte Kindersitz den ECE R44/04 Standard erfüllen. Neue Modelle ab 2018 müssen allerdings der Norm i-Size entsprechen. Bei der Norm i-Size liegt der Focus auf der Größe der kleinen Passagiere. Zudem rücken beim Kindersitz I Size noch andere Sicherheitskriterien in den Vordergrund. Die bisherige Einteilung der Autokindersitze fand nur über das Körpergewicht statt.

Welche Informationen enthält das Zulassungsetikett ECE R44/04?

Kindersitz Normen

Informationen des Zulassungsetiketts ECE R44/04

  • Das orangefarbenes ECE R44 Etikett zeigt Ihnen, dass der Kindersitz die Richtlinien der EU-Sicherheitsverordnung erfüllt. Sie müssen auf die letzten beiden Ziffern achten! Die Versionen 04 und 03 dürfen Sie verwenden, hingegen sind die Modelle der Norm R44-01 oder 02 nicht mehr zugelassen und dürfen auch nicht mehr zum Einsatz kommen. Bei den neuesten Autokindersitzen wird womöglich I Size stehen.
  • Für die Kinderautositze gibt es drei Zulassungsarten nach den Normen ECE R44/04 oder 44/03: das sind universal, semi-universal sowie fahrzeugspezifisch. Einen „Universal-Sitz“ können Sie in allen Fahrzeugen verwenden. Allerdings sollten Sie trotzdem prüfen, ob das Fabrikat auch in Ihr Auto passt.
  • Außerdem informiert Sie das Etikett über die Zulassung nach Gewicht oder bei i-Size, nach der Größe.
  • Das „Europäische Prüfzeichen“ ist ebenso angeführt.
  • Die Kennzahl des Landes sagt aus, in welchem Land der Kindersitz zugelassen wurde. So steht beispielsweise 1 für Deutschland, 2 für Frankreich u.s.w.
  • Die ersten beiden Ziffern zeigen auf nach welcher Variante der Sitz zugelassen wurde. Im Falle von 04 – nach der Norm ECE R 44/04.
  • Die fortlaufende Nummer dient Test- beziehungsweise Nachverfolgungszwecken.
  • Es folgen die Produktionsdaten mit Woche und Jahr.
  • Außerdem sind die Hersteller-Artikel-Referenznummer, der EAN-Code sowie der Barcode und der Name auf dem Etikett angeführt.

Kindersitzgruppen

Kindersitze der UN-ECE R44/04 Verordnung fallen unter die folgenden Kategorien:

Gruppe Gewicht Alter
0 / 0+ (Babyschalen) 0 – 13 kg 0 – 15 Monate
0 / 1 0 – 18 kg 0 – 4 Jahre
1 9 – 18 kg 9 Monate – 4 Jahre
1 / 2 / 3 9 – 36 kg 9 Monate – 12 Jahre
2 / 3 15 – 36 kg 4 – 12 Jahre

Unter die Gruppe 0 fallen Babyschalen für Säuglinge zwischen 0 bis 10 Kilogramm. Die Gruppe 0+ beherbergt Babyschalen zwischen 0 bis 13 Kilogramm. In der Gruppe I befinden sich Reboarder und vorwärtsgerichtete Kindersitze für Kinder zwischen 9 bis 18 Kilogramm.

Die Kindersitzgruppe II (22 bis 36 kg) umfasst vorwärtsgerichtete Autokindersitze und Reboarder. Bei den mitwachsende Kindersitzen der Gruppen I/II handelt es sich um Reboarder und vorwärtsgerichtete Kindersitze für Kids mit einem Gewicht zwischen 9 bis 25 Kilogramm.

Modelle der Gruppen III (22 bis 36 kg) werden häufig als Sitzerhöhungen ohne Rückenteil und Seitenaufprallschutz auf den Markt gebracht. Aber auch Modelle mit Rückenlehne werden verkauft.

Außerdem bringen die Hersteller von Kindersitzen auch gruppenübergreifende (mitwachsende) Sitze der Gruppen I/II/II in den Handel. Diese Modelle (für 9 bis 36 kg zugelassen), werden zuerst als Reboarder und anschließend als vorwärtsgerichtete Kindersitze verwendet. Bei den Autokindersitzen der Gruppe II/III (zugelassen für 15 bis 36 kg) handelt es sich um vorwärtsgerichtete Kindersitze mit in der Regel höhenverstellbaren Kopfstützen.

i-Size-Norm

Die neue i-Size-Norm oder ECE R 129 Verordnung ist im Juli 2013 in der EU in Kraft getreten. Sie soll die bisherigen Normen ECE R44/04 und ECE R 44/03 ergänzen und mit der Zeit ersetzen. Für die Übergangszeit bleiben beide anderen Normen noch in Kraft. Ab dem Jahre 2018 (neu) verkaufte Kindersitze müssen allerdings der neuen i-Size-Norm entsprechen. Bei ihrer Zulassung gilt es strengere Auflagen zu erfüllen als bei den beiden anderen Kategorien. Die neue i-Size-Norm fördert zudem Isofix.

Was ändert sich mit der neuen Kindersitz Norm i-Size?

In i-Size Babyschalen und Kleinkindersitzen der Gruppen 0 und I müssen die Kleinen bis mindestens 15 Monaten rückwärtsgerichtet sitzen. Die Sitze müssen sich Zulassungstests für den Seitenaufprall (bisher nur Crash von vorne) unterziehen. Die Modelle sind nur mit Isofix zugelassen.

Ihre Kategorisierung erfolgt nach Körpergröße (bisher nach Gewicht). Kindersitz und Passagier dürfen nur 33 Kilogramm wiegen. Allerdings gibt es unterschiedliche Maximalwerte für das Körpergewicht der Kleinen. Ein i-Size-Kindersitz passt auf den markierten Autositz. Falls Sie ein Fahrzeug ohne Markierung besitzen, können Sie sich einfach an den Typenlisten orientieren.

Einteilung nach ECE R 129 / i-Size

Klasse Körpergröße
Q 0 0 – 60 cm
Q 1 60 – 75 cm
Q 1.5 75 – 87 cm
Q 3 87 – 105 cm
Q 6 105 – 125 cm
Q 10 ab 125 cm

Über den Autor

Paul Lindner

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