Ratgeber

Häufige Fehler beim Umgang mit Kindersitzen

Kindersitz Fehler
Paul Lindner
Geschrieben von Paul Lindner

Fehler beim Umgang mit Kindersitzen, die es zu vermeiden gilt

Laut einer Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) machen Eltern und Großeltern aber auch Betreuer bei der Sicherung von Kindern im Auto immer noch schwere Fehler. Demnach waren rund die Hälfte der kleinen Fahrzeuginsassen unter 12 Jahren falsch gesichert.

60 Prozent davon angeblich so gravierend, dass bei einem Unfall mit schweren Verletzungen der Kids zu rechnen gewesen wäre. Manchmal ist der Sitz einfach zu alt. Vielfach kommt es aber auch zu einer falschen Gurtführung, dann ist das Kind falsch angeschnallt.

1. Den Kinderautositz nicht richtig installieren

Der Großteil der Kinderautositze ist hierzulande mit dem Isofix-Befestigungssystem versehen. In den moderneren Fahrzeugen sind die für diese Befestigungs-Art nötigen Haltebügel in der Regel schon vorhanden. Diese Rastarme befinden sich zwischen Rücksitz und Rücklehne des PKWs.

Beim Einbau des Kindersitzes gilt es darauf zu achten, dass dieser korrekt mit den Rastarmen verbunden ist, andernfalls könnte Ihr Kind im Falle eines Unfalls schwere Halswirbelverletzungen erleiden.

2. Die Kinder falsch anschnallen

Manche Eltern stellen den Hosenträgergurt nicht auf Schulterhöhe ein. Zudem neigen sie nicht selten dazu die Riemen des Sicherheitsgurts zu locker anzubringen. Allerdings kann nur ein eng und stramm angelegter Gurt dem Kind die nötige Sicherheit bieten.

3. Dicke Jacken

Zudem kann ein über dicke Winterjacken geführter Gurt dem Kind nicht genügend Halt geben und dadurch den Schutz schmälern. Deshalb ist es empfehlenswert, Ihren Nachwuchs ohne Jacke in den Kindersitz zu setzen und anzuschnallen. Legen Sie dem Kind die Jacke oder eine weiche Decke um die Schultern. Sie haben auch die Möglichkeit einen sogenannten „Autoponcho“ zu verwenden.

4. Der Kindersitz ist zu alt

Einen Kindersitz gebraucht auf dem Flohmarkt zu kaufen ist wahrscheinlich keine besonders gute Idee. Derzeit sind i-Size Sitze der Fassung „ECE-R44/03“, „ECE-R44/04 sowie „ECE-R129“ zugelassen. Zu alte Sitze gelten als Ordnungswidrigkeit.

Kindersitze haben zudem ein Ablaufdatum. Das liegt im Allgemeinen zwischen sechs bis zehn Jahren. Über diese Zeit hinaus kann die Haltbarkeit des Gewebes abnehmen und dadurch die Stabilität des Sitzes beeinträchtigen.

5. Den Kinderautositz zu früh wechseln

Der Gurt muss eng und stramm angelegt sein

Der Gurt muss eng und stramm angelegt sein

Andreas Radetz vom ADAC-Technik Zentrum weiß zudem zu berichten, dass viele Eltern zu früh von der Babyschale zum Kindersitz wechseln. Meist würde das seiner Meinung nach passieren: „Weil die Beine des Kindes an der Rückenlehne des Autos anstehen. Das würde die Sprösslinge aber nicht stören“. Laut Radetz sollte die Babyschale genutzt werden „bis der Kopf des Kindes an der oberen Schalenkante ankommt“.

Da der Kopf Ihres Kindes im zarten Babyalter im Vergleich zum Körper noch recht groß ist, sollten Sie das kleine Kind noch bis zum zweiten Lebensjahr rückwärtsgerichtet im Reboarder befördern. Bei einem Frontalunfall würden bei einem vorwärtsgerichteten Sitz höhere Kräfte auf Kopf und Nacken des kleinen Insassen einwirken.

Sitzt Ihr kleiner Liebling aber rückwärtsgerichtet, dann werden diese Aufprallkräfte zum großen Teil über die Rückenlehne abgeleitet. Nutzen Sie den Reboarder am besten solange, wie es die vom Hersteller des Sitzes angegebene Höchstgewichtsbeschränkung erlaubt.

6. Zu früh ohne Kindersitz unterwegs

In Deutschland müssen Kinder bis zum 12. Lebensjahr oder bis zu einer Körpergröße von 1,50 Meter mit einem Kindersitz befördert werden. In vielen Fahrzeugen sind die Sicherheitsgurte höhenverstellbar, deshalb dürfen größere und ältere Kids, die beim Sitzen mit den Füßen den Boden erreichen auf die Unterstützung eines Kindersitzes oder einer Sitzerhöhung verzichten.

7. Einen gebrauchten Kindersitz kaufen?

Wie bereits erwähnt, sollte der Kindersitz nicht älter als sechs Jahre sein. Zudem lässt es sich bei einem Second-Hand-Modell schwer feststellen ob es nicht bereits in einen Unfall verwickelt wurde. Außerdem sollte es sich bei dem Sitz um kein Produkt handeln, das bereits einmal vom Hersteller zurückgerufen wurde.

Zudem muss das Modell über die aktuelle Zulassungsnorm für Kindersitze verfügen. Wenn Sie diese sicherheitsrelevanten Dinge nicht prüfen können, sollten Sie sich lieber einen neuen Kindersitz zulegen.

8. Falsche Größe

Der Sitz muss zum Kind passen. Die seit 2013 gültige i-Size-Norm sieht nur noch die Körpergröße statt des Gewichtes zur Kategorisierung der Kindersitze vor.

9. Den Airbag zu deaktivieren vergessen

Wenn Ihr kleiner Liebling auf dem Beifahrersitz befördert wird, dann müssen Sie unbedingt den Air-Bag deaktivieren. Andernfalls könnte dieser im aufgeblasenen Zustand und im Falle eines Unfalls die Babyschale samt kleinem Insassen gegen den Sitz schleudern.

10. Isofix nicht korrekt eingerastet

Ist der Isofix-Kindersitz nicht korrekt in die Rastarme eingerastet, dann können im Falle eines Unfalls hohe Zugkräfte auf den Kopf und den Brustbereich des Kindes einwirken und zu schweren Halswirbelverletzungen führen.

Über den Autor

Paul Lindner

Paul Lindner

Wir möchten Ihnen dabei helfen, eine vernünftige Kaufentscheidung zu treffen. Hierzu offerieren wir Ihnen auf unserer Seite eine umfangreiche Kaufberatung und einen gründlich recherchierten Ratgeber.